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Foto: Jorge León
Show & Tell von Simone Aughterlony & Phil Hayes
Foto: Jorge León
Foto: Spoerri
Show & Tell von Simone Aughterlony & Phil Hayes
Foto: Spoerri
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Show & Tell von Simone Aughterlony & Phil Hayes
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“Show & Tell“ ist ein Experiment, das die fragile Beziehung zwischen dem, was gesagt und getan wird, in Frage stellt. Phil Hayes und Simone Aughterlony untersuchen die vermeintliche Hierarchie dieser zwei Kommunikationswege und eröffnen eine dialogisch strukturierte Praxis, in der das Sinnhafte und das Sinnliche einander gleichberechtigt gegenüberstehen. Während diese Unterteilung auf den ersten Blick gezwungen wirken mag, ist sie tatsächlich eine Einladung an das Publikum, sich zwei verschiedenen Formen der Aufmerksamkeit zu widmen. Wir begegnen hier der Geschichte eines Körpers und treffen gleichzeitig auf einen Körper, der (seine) Geschichte in Erinnerung ruft.

Phil und Simone tun, was sie sagen – und sie sagen, was sie tun. Dieser Widerspruch generiert jedoch nicht etwa einen Überfluss. Vielmehr wird er zur spielerischen Strategie. Obwohl es anfangs divergente Räume eröffnet, schafft “Show & Tell“ einen Ort, an dem Gemeinsamkeiten verhandelt werden: Wort und Bewegung schaffen hier eine komplexe Politik des Zwischenmenschlichen, die außerhalb von gewöhnlichen Hierarchien stattfindet. Während sie versucht, so vielen Körpern wie möglich Ausdruck zu verleihen, versucht er, die Organismen der Zuschauenden in einem Herzschlag zu entführen. Weil sie seine Stimme mit ihrer Anwesenheit vergiftet, wird sie mit ihren suggestiven Abschweifungen auseinandergenommen und weggeführt.

So zeichnen die beiden Geschichtenerzähler*innen sowie die Bühnenfigur, die aus ihnen entsteht, die generische Geschichten eines möglichen Körpers nach, der nie gänzlich gegeben ist, sondern den wir erst in Momenten des Zusammenbruchs wirklich bewusst wahrnehmen. Dieser Körper ist die stille Hauptfigur des Stücks, die imaginäre dritte Figur in diesem Duett. Seine Biografie ist in ihn eingeschrieben, durch sprechende Narben und die Spuren bedeutungsvoller Krankheiten. Dieser Körper blutet und heilt wieder, er wächst und zerbricht – und erscheint in diesem Prozess authentisch spektakulär. Oder ist er vielmehr auf fantastische Weise real?

Im Anschluss an die Vorstellung am 19.4.: Talk mit Bettina Knaup, Simone Aughterlony, Phil Hayes.
Englisch
75 Min.
Konzept:
Simone Aughterlony
 
Phil Hayes
Performance:
Simone Aughterlony, Phil Hayes
Dramaturgische Beratung:
Constanze Schellow und Jorge León
Bühnenbild:
Janina Audick
Kostüme:
Judith Steinmann
Lichtdesign:
Florian Bach
Ton:
Susanne Affolter
Technische Leitung
Ursula Degen
Produktions- leitung
Anna Wagner
Deutsche Premiere am 8.3.2013
Produktion: Simone Aughterlony / Verein für allgemeines Wohl.
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, La Bâtie - Festival de Genève, Gessnerallee Zürich.
Unterstützt durch: Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.
Die Wiederaufnahme ist gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.