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Foto: Florian Keller

Foto: Florian Keller
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Foto: Florian Keller

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer setzen sich Schüler*innen aus drei Berliner Bezirken gemeinsam mit Künstler*innen, die sich 1989 selbst noch in einer Schule oder Ausbildung befanden, mit Aspekten des Mauerfalls und den damit verwobenen Geschichten auseinander. Ihre heutigen Perspektiven in Dialog mit den menschlichen, pflanzlichen und dinglichen Zeitzeugen präsentieren sie in Arbeiten an der Schnittstelle von Performance und Installation.

“Ihr wart mal da, wir sind jetzt hier!” ist Teil des Festivals “Comrades, I Am Not Ashamed of My Communist Past” und ist eine Zusammenarbeit mit dem Landesprogramm Kulturagenten für kreative Schulen Berlin, der Kurt-Tucholsky-Oberschule, der Fritz-Karsen-Schule und der Hector-Peterson-Schule.

Club Real & Elie Gregory mit Schüler*innen der Fritz-Karsen-Schule:
Club der real existierenden Pflanzen
Installation

Sind Pflanzen Kommunisten? Oder führen sie mit Darwin einen Überlebenskampf der Fittesten im Kapitalismus? Was hat die DDR den Pflanzen gebracht? Gehören sie zu den Wendegewinnern? Vom Weizen aus dem Wappen der DDR über die Grünlilie aus dem Plattenbau bis zum Eichenlaub eines Lichtenberger Schulaltars für Stalin: 24 Schüler*innen entwickeln mit acht grünen Zeitzeugen eine elektroakustische Umwelt. Sie verwandeln den Houseclub in eine leuchtende Landschaft mit Pflanzengeschichten aus der DDR-Lebenswelt bis zu Zukunftsvisionen für das Jahr 2089.


KGI mit Schüler*innen der Hector-Peterson-Schule:
Grau-Zone 89
Performance

KGI und die Schüler*innen der Hector-Peterson-Schule begeben sich – inspiriert vom vielen Grau der medialen Repräsentationen der DDR – gemeinsam in Grauzonen und unterziehen Berlin einer ästhetischen Realitätskontrolle, die in einer dokumentarisch-fiktionalen Bühnenperformance mündet. Was ist eine Grauzone? Wie ungrau ist es heute an den Orten die dem angeblichen Grau gewichen sind? Wie grau bin ich oder wie grau bist du? Und vor allem: Was soll dieser ganze Farbfetischismus überhaupt? Das Morgengrauen stand doch schon immer für Aufbruch, wie schon damals Nina Simone im Song “Feeling Good” besang: “It's a new dawn, it's new day, it's a new life for me!” Was ist grau für dich?


Luise Meier & Maximilian Feldmann mit Schüler*innen der Kurt-Tucholsky-Schule :
Filmklub 19:89
Film

Filmklub 19:89 dokumentiert das Aufeinandertreffen von Jugendlichen aus dem Jahr 1989 mit Jugendlichen aus dem Jahr 2019. Wie ist es, als junger Mensch mitten im Gemenge eines historischen Großereignisses zu stehen? Merkt man das oder guckt man da nur zu? Große Freiheit oder große Überforderung? Schüler*innen der Kurt-Tucholsky-Oberschule haben eine Woche lang Fragen entwickelt, 89er-Jugendliche getroffen und Interviews geführt. Ein filmisches Mosaik aus all den kleinen Stories, offenen Fragen, unterschiedlichen Eindrücken und persönlichen Erinnerungen, die jenseits der linearen Großerzählungen und Geschichtsbücher erzählt und erfragt werden wollen.


Annett Gröschner mit der Kulturklasse der Fritz-Karsen-Schule:
Dinge mit Geschichte(n)
Installation

Jedes Ding, das unser Leben begleitet, hat einen Wert, aber nicht immer lässt er sich in einer Geldsumme bemessen. Oft sind es gerade die Makel, die uns an das Ding binden, weil sie mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden sind. Das abgerissene Ohr des Kuscheltiers, die angeknabberte Hülle des Stiftes, der Schlüssel, zu dem es kein Schloss mehr gibt. Dinge erzählen viel über die Zeit, in der sie benutzt wurden und werden. Für das Projekt “Dinge mit Geschichten(n)” wollen Annett Gröschner und die Kulturklasse der Fritz-Karsen-Schule die Dinge erzählen lassen, die vor oder um 1989 hergestellt wurden und die eine ganz besondere Geschichte mit ihren Besitzer*innen verbindet. Zugleich wollen sie damit ein Stück der Geschichte der Teilung Berlins erzählen und die Dinge und ihre Geschichten in einer kleinen Ausstellung präsentieren.


Florian Keller mit der Kulturklasse der Fritz-Karsen-Schule:
Wir durch meine Linse
Installation
Der Fotograf und Lehrer Florian Keller begibt sich mit der Kulturklasse der Fritz-Karsen-Schule auf eine fotografische Exkursion in die Gegenwart. Keller ging in der DDR als Jugendlicher durch die Straßen, um seine Lebenswelt zu dokumentieren und durch seine Linse zu erforschen. Die Schüler*innen setzen sich mit zeitgenössischer Fotografie auseinander und dokumentieren ihre Lebensrealität mit der Kamera. Wie atmet die Stadt? Wie sieht ihr Berlin aus? Gemeinsam präsentieren sie in einer Ausstellung die fotografische Auseinandersetzung mit ihrer Stadt von damals und heute.


*Zitat aus dem Film “WR:Mysterien des Organismus” von Dušan Makavejev / Titel der Produktion “Drugovi,ja se ni sada ne stidim svoje komunističke prošlosti / Comrades, I Am NotAshamed of My Communist Past” von Sanja Mitrović.
Eine Veranstaltungsreihe des HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. In Kooperation mit dem Landesprogramm Kulturagenten für kreative Schulen.